EISEN AUS SEEEISENERZ



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EISEN AUS SEEEISENERZ 
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EISEN AUS SEEEISENERZ

VORFÜHRUNG DES EISENSCHMELZVERFAHRENS   |  SCHACHTOFENHÜTTE   |  SEEEISENERZ   |

 RÖSTEN  REDUKTION    |  REINIGUNG   | SCHMIEDEN


VORFÜHRUNG DES EISENSCHMELZVERFAHRENS

In der historischen Eisenhütte von Möhkö hat man die über 100 Jahre alte Technik der Eisenherstellung wiederbelebt und gewinnt seit dem Sommer 2002 wieder Eisen mit bäuerlichen Methoden in einfachen Schachtofenhütten. Jeden Sommer werden mehrere Vorführungen dieses Eisenschmelzverfahrens organisiert.

        

 

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SCHACHTOFENHÜTTE

Beim Bau der Schachtofenhütte in Möhkö orientierte man sich an einer Anweisung von Carl Rinman aus dem Jahr 1794 (”Kurzer Leitfaden zum Verhütten von See- und Sumpfeisenerz in Schachtöfen“). Diese Art der Eisengewinnung wurde industriell bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in Finnland beibehalten. 

In der Schachtofenhütte wurde schmiedefähiges Weicheisen gewonnen. So entstandenes nicht flüssiges Eisen nimmt weder Kohle noch versprödende Verunreinigungen in sich auf. Die zum Reduzieren des Eisens benötigte Kohle erhält man durch das Verbrennen von Kiefernscheiten in der Schachtofenhütte.

        

 

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SEEEISENERZ 

Die bäuerliche Eisenherstellung beruhte in Finnland auf dem Gebrauch von See- und Sumpfeisenerz . Die ostfinnischen Seen waren äußerst erzreich. Das Eisenerz lag in einer Tiefe von 2 bis 5 Metern und wurde im Sommer mit Hilfe von Keschern auf Flöße , im Winter per Hand aus dem Eis gehoben.

Seeisenerz entsteht, wenn ins Grundwasser geratenes Eisenhydroxyd durch eine Kiesschicht in den See sickert und sich auf Steinbrocken, Sandkörnern u. ä. ablagert. Je nach Form bezeichnet man dieses Eisenerz dann als Schrot-, Münz- oder Fladenerz. Der Eisenanteil beträgt 20-50 %.

In der Möhköer Eisenhütte wurden Ende des 19. Jahrhunderts bis zu 15000 Tonnen Seeeisenerz für die Eisengewinnung in den Hochöfen gewonnen, wobei besonders der Koitere-See zu den besten Erzlieferanten gehörte. Für die bäuerliche Eisenherstellung wurden je nach Bedarf kleinere Mengen gehoben.  

          

 

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RÖSTEN

Seeeisenerz enthält reichlich Feuchtigkeit und Verunreinigungen, die entfernt wurden, indem man das Erz auf offenem Feuer brennen ließ, bevor es in die Schachtofenhütte gebracht wurde. Diesen Arbeitsgang bezeichnet man als Rösten.

Das Röstfeuer wurde aufgeschichtet aus abwechselnd aufgelegten Kiefernscheiten und Seeeisenerzlagen. Zum Schluss wurde das fertige Gebilde in Brand gesteckt.

           

 

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REDUKTION 

Eisen wird aus Seeeisenerz reduziert, indem man das Erz auf glühende Holzkohle legt und mit Hilfe eines ledernen Blasebalgs Luft von unten ins Feuer am Boden des Schachtofens bläst. Der Sauerstoff in der eingeblasenen Luft reagiert mit den glühenden Kohlen, so dass Kohlenmonoxyd entsteht, das das Eisenerz reduziert. Die aus der Schachtofenhütte austretende Schlacke wird beobachtet und danach die Menge der einzublasenden Luft eingeschätzt. Immer bei Bedarf wird Seeeisenerz auf die Glut nachgelegt.

Die Reduktion des Erzes zu Eisen geschieht in der heißesten Zone der Herdgrube. Der im Erz enthaltene Erzträger bildet zusammen mit dem Eisenoxyd die Schlacke, die schmilzt und sich in der Herdgrube sammelt. Die entstehenden Eisenschwammpartikel bilden in der geschmolzenen Schlacke Klumpen, die sogenannte „Schmelze“. Während der Reduktion entsteht soviel Schlacke, dass diese abgelassen werden muss durch eine Öffnung in der Seitenwand der Herdgrube. Wenn die Holzkohle in der Schachtofenhütte bis auf Höhe der Herdgrube abgebrannt ist, wird keine Luft mehr eingeblasen und der Eisenschwamm entweder durch die vordere Öffnung der Schachtofenhütte oder durch die eingerissene Seitenwand der Herdgrube entnommen.

        

 

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REINIGUNG

Die Eisenschwammstücke enthalten reichlich Schlackenreste, die vor dem Formschmieden ausgetrieben werden müssen. Der so entstandene Eisenschwamm wird zerkleinert und durch Schmieden verdichtet. Wenn beabsichtigt wird, mit dem in der Schachtofenhütte gewonnenen Eisen Waffen oder Werkzeuge herzustellen, müssen diese Produkte ausgekohlt und gehärtet werden.

        

 

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SCHMIEDEN

In der Schmiedewerkstatt werden viele Schmiedewaren aus Eisen hergestellt. Der Kunstschmied Urpo Parviainen ist spezialisiert auf Finndolche, die zum Teil auch aus dem hier in Möhkö gewonnenen Seeeisen entstanden sind. In der Möhköer Schmiedewerkstatt werden auch Schmiedevorführungen veranstaltet.

        

 

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Möhkön ruukki, Möhköntie 209, 82980 Möhkö, 
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